Nachhaltige Entnahmeplanung: So bleibt dein Vermögen stabil! Blog#172
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Gängige Anlagemöglichkeiten und deren Vor- und Nachteile
Wenn es um die Vermögensanlage im Alter geht, stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Hier sind die drei gängigsten – mit ihren Vor- und Nachteilen:1. Girokonto mit 0 % Verzinsung / -2 % reale Rendite (inflationsbereinigt)
- Vorteil: Dein Geld ist jederzeit verfügbar, und es besteht kein Risiko, den Nominalwert zu verlieren. Ideal für den Alltag oder kurzfristige Notfälle.
- Nachteil: Bei 0 % Rendite frisst die Inflation dein Vermögen langsam auf. Was heute 1.000 Euro wert ist, könnte in 20 Jahren nur noch halb so viel kaufen. Mittel- und langfristig eine Sackgasse.
- Vorteil: Stabile Erträge und geringere Schwankungen als bei Aktien. Besonders Staats- oder Unternehmensanleihen gelten als sicher, solange der Emittent solvent bleibt.
- Nachteil: Die Rendite liegt oft nur knapp über der Inflation (z. B. 2 %). Das bedeutet, dein Vermögen wächst kaum real – und bei steigenden Zinsen können Anleihenkurse fallen.
- Vorteil: Langfristig bieten Aktien die höchste Rendite und schützen vor Inflation. Ein globaler ETF streut das Risiko über Tausende Unternehmen weltweit.
- Nachteil: Kurzfristige Schwankungen (Volatilität) können hoch sein. Ein Börsencrash könnte dein Portfolio vorübergehend um 30 % oder mehr schrumpfen lassen.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Nehmen wir an, du hast 1 Million Euro angespart und möchtest monatlich 3.000 Euro, also jährlich 36.000 Euro entnehmen (3,6 % Entnahmerate). Schauen wir uns die Entwicklung über 30 Jahre an:
- Girokonto (-2 % Realrendite): Nach 22 Jahren ist das Vermögen aufgebraucht – dein Lebensstandard sinkt rapide.
- Anleihen (0,5 % Realrendite): Mit Zinsen ist das Kapital nach 30 Jahren komplett aufgebraucht.
- Aktien-ETFs (5,5 % Realrendite): Bei 5,5 % Durchschnittsrendite wächst dein Vermögen trotz Entnahmen. Nach 30 Jahren beläuft sich dein Vermögen auf 2,3 Millionen Euro.
Emotionale Hürden und Strategien zur Abfederung von Marktschwankungen
Trotz dieser überzeugenden Zahlen zögern viele Rentner, voll auf Aktien zu setzen. Neben der Angst vor Volatilität spielen auch Faktoren wie Verlustaversion, die sogenannte "Mental Accounting"-Tendenz und mangelnde Erfahrung mit Aktieninvestments eine Rolle. Viele bevorzugen vermeintlich sichere Anlagen, weil sie Verluste stärker empfinden als Gewinne. Zudem neigen Menschen dazu, kurzfristige Marktschwankungen überzubewerten und vorschnelle Entscheidungen zu treffen. Der Grund? Die Volatilität.Ein Börsencrash zu Beginn des Ruhestands kann das Portfolio empfindlich treffen – und das macht nervös. Was tun? Es gibt zwei Strategien, um die Angst zu lindern:
Ein Beispiel mit 1 Million Euro und einer monatlichen Entnahme von 3.000 Euro:
- Glide Path (gleitender Übergang der Asset-Allokation): Du startest mit einem hohen Aktienanteil (z. B. 80 %) und reduzierst ihn vor oder im Ruhestand zugunsten von Anleihen (z. B. auf 50 %). Das dämpft Schwankungen, kostet aber Rendite.
- Cash-Reserven (z. B. Bucket Strategy): Du hältst liquide Mittel bereit, um Entnahmen während Börsentiefs abzudecken, ohne Aktien verkaufen zu müssen.
Ein Beispiel mit 1 Million Euro und einer monatlichen Entnahme von 3.000 Euro:
- Topf 1 (Geldtopf): 36.000 Euro in einem Geldmarktfonds mit 2 % p.a. (inflationsbereinigt: 0 %). Das deckt deine Entnahmen für ein Jahr und ist sicher verfügbar.
- Topf 2 (Zinstopf): 144.000 Euro in Euro-Anleihen-ETFs mit 2,5 % p.a. (inflationsbereinigt 0,5 %). Das sichert vier weitere Jahre (insgesamt fünf Jahre Puffer).
- Topf 3 (Renditetopf): 820.000 Euro in globalen Aktien-ETFs mit 7,5 % p.a. (inflationsbereinigt 5,5 % p.a.). Hier liegt das Wachstumspotenzial – und die Volatilität.
Reicht mein Vermögen bis zum Lebensende?
Die zentrale Frage im Ruhestand lautet: „Hält mein Vermögen meinen Lebensstandard?“ Viele greifen zu einfachen Rechnungen: Bei 1 Million Euro, 3,6 % Entnahmerate (36.000 Euro/Jahr oder 3.000 Euro/Monat) und ca. 4 % reale Rendite nach Steuern und Kosten bleibt das Portfolio vermeintlich stabil.Doch die Realität ist chaotischer: Renditen schwanken, manchmal kräftig. Ein gutes Beispiel ist die Dotcom-Blase der frühen 2000er Jahre, als der Nasdaq-Index um über 75 % einbrach. Auch die Finanzkrise 2008 führte zu massiven Kurseinbrüchen, mit einem Rückgang des S&P 500 um rund 50 % innerhalb eines Jahres. Solche Krisen zeigen, dass Anleger auf heftige Schwankungen vorbereitet sein müssen. Ein Crash zu Beginn des Ruhestands kann alles kippen. Lineare Modelle ignorieren diese Unsicherheit und täuschen Stabilität vor.
Für eine fundierte Antwort brauchst du mehr: eine Monte-Carlo-Simulation. Während einfache lineare Berechnungen konstante Wachstumsraten annehmen, modelliert eine Monte-Carlo-Simulation realistische Marktschwankungen mit zufällig variierenden Renditen. Dadurch lassen sich verschiedene Szenarien durchspielen und die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Vermögen über eine bestimmte Zeitspanne ausreicht. Dies ermöglicht eine fundiertere Einschätzung der Risiken im Vergleich zu starren Modellen. Sie simuliert Tausende Szenarien mit schwankenden Renditen und zeigt, wie wahrscheinlich dein Plan hält.
Für eine fundierte Antwort brauchst du mehr: eine Monte-Carlo-Simulation. Während einfache lineare Berechnungen konstante Wachstumsraten annehmen, modelliert eine Monte-Carlo-Simulation realistische Marktschwankungen mit zufällig variierenden Renditen. Dadurch lassen sich verschiedene Szenarien durchspielen und die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Vermögen über eine bestimmte Zeitspanne ausreicht. Dies ermöglicht eine fundiertere Einschätzung der Risiken im Vergleich zu starren Modellen. Sie simuliert Tausende Szenarien mit schwankenden Renditen und zeigt, wie wahrscheinlich dein Plan hält.
Beispiele:
Reines Aktienportfolio: Du gibst dein Startvermögen (1 Mio. Euro), deine gewünschte Entnahmerate (36.000 Euro/Jahr), die reale Rendite (5,5 % p.a.) und die Standardabweichung (z. B. 15 % für Aktien) ein. Das KI-Tool ChatGPT kann dir in weniger als einer Minute 100.000 (!) Simulationen erstellen und Ergebnisse liefern wie:
- 10. Perzentil (schlechteste 10 % der Fälle): Nach 30 Jahren bleiben noch 250.000 Euro übrig.
- 50. Perzentil (Median): Das Vermögen wächst auf 1,55 Millionen Euro.
- 90. Perzentil (beste 10 % der Fälle): Das Vermögen steigt auf 3,8 Millionen Euro.
- Portfolioüberlebenswahrscheinlichkeit: Selbst nach 30 Jahren bleibt das Portfolio in 98 % der Fälle positiv.
Reines Anleihenportfolio: Auch hier rechnen wir mit einem Startvermögen von 1 Mio. Euro und einer Entnahmerate von 36.000 Euro/Jahr. Die reale Rendite liegt diesmal bei 0,5 % p.a. und die Standardabweichung bei 5 %. Nach 100.000 Simulationen liefert ChatGPT folgende Ergebnisse:
- 10. Perzentil (schlechteste 10 % der Fälle): Nach 23 Jahren ist das Vermögen aufgebraucht.
- 50. Perzentil (Median): Nach 25 Jahren ist das Vermögen aufgebraucht.
- 90. Perzentil (beste 10 % der Fälle): Das Vermögen nach 30 Jahren beträgt lediglich 50.000 Euro.
- Portfolioüberlebenswahrscheinlichkeit: Nach 10 Jahren beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit 95%, nach 25 Jahren etwa 50% und nach 30 Jahren lediglich 30%.
Allerdings basieren Monte-Carlo-Simulationen auf bestimmten Annahmen, wie der Verteilung von Renditen und Volatilität in der Vergangenheit. Sie berücksichtigen keine unerwarteten strukturellen Marktveränderungen oder seltene Extremereignisse ("Tail Risks"). Deshalb sollte die Simulation als Entscheidungshilfe dienen, aber nicht als absolute Gewissheit betrachtet werden.
Fazit
Die Wahl der richtigen Entnahmestrategie ist so individuell wie der Ruhestand selbst. Während globale Aktien-ETFs historisch die besten Renditen liefern, spielen auch psychologische Faktoren eine Rolle.- Wer Schwankungen aushält, setzt auf hohe Aktienquoten und profitiert langfristig.
- Wer mehr Sicherheit sucht, kann mit der Bucket- oder Glide-Path-Strategie ruhiger schlafen.
Eine durchdachte Finanzstrategie – sei es eigenständig oder mit Unterstützung eines Honorarberaters – ist entscheidend für die langfristige Vermögensverwaltung. Direktbanken wie Scalable Capital bieten den Vorteil niedriger oder sogar wegfallender Transaktions- und Depotgebühren, während Filialbanken wie Volksbanken oder Kreissparkassen oft deutlich höhere Gebühren verlangen, die die Rendite erheblich schmälern.
- Ein Beispiel: Bei einem Anlagevolumen von 1 Million Euro betragen die jährlichen Depotgebühren bei einer Direktbank wie Scalable Capital mit einer Gebühr von 0,1 % lediglich 1.000 Euro. Im Vergleich dazu fallen bei einer Filialbank wie der Volksbank oder Kreissparkasse mit einer Gebühr von 1 % jährliche Kosten von 10.000 Euro oder mehr an. Hinzu kommen oft hohe Transaktionskosten, die bei Filialbanken mehrere Tausend Euro pro Jahr betragen können. Insgesamt können die jährlichen Gesamtkosten dort schnell auf 15.000 bis 20.000 Euro steigen. Über einen Zeitraum von 30 Jahren summieren sich diese Mehrkosten auf mehrere Hunderttausend Euro – ein erheblicher finanzieller Nachteil!
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Verantwortlicher: Klaus Rudolf; Kommentare und Fragen bitte an: rudolfklausblog@gmail.com
Auf diesem Blog teile ich meine persönlichen Meinungen und Erfahrungen . Es ist wichtig zu betonen, dass ich weder Arzt noch Finanzberater bin. Jegliche Informationen, die ich in meinem Blog vorstelle, stellen weder Anlageempfehlungen noch Therapieempfehlungen dar. Für fundierte Entscheidungen in Bezug auf Gesundheitsfragen oder Finanzanlagen empfehle ich, sich umfassend zu informieren und bei Bedarf einen professioniellen Experten zu konsultieren.
Auf diesem Blog teile ich meine persönlichen Meinungen und Erfahrungen . Es ist wichtig zu betonen, dass ich weder Arzt noch Finanzberater bin. Jegliche Informationen, die ich in meinem Blog vorstelle, stellen weder Anlageempfehlungen noch Therapieempfehlungen dar. Für fundierte Entscheidungen in Bezug auf Gesundheitsfragen oder Finanzanlagen empfehle ich, sich umfassend zu informieren und bei Bedarf einen professioniellen Experten zu konsultieren.
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